Bekleidung ist Begleitung

Neudenken Umdenken

Kleidung ist Interaktion. Sie ist Sprache. Schutz. Individueller Ausdruck. Persönlichkeit. Kleidung ist ein wichtiger Teil des Lebens. Kleidung macht Spaß.

Aus Faszination wurde Beruf:

Nach meiner Schneiderlehre arbeitete ich für W.L. Gore & Associates und war dort für die Beratung zu Verarbeitungsmöglichkeiten der Laminate in vielen Entwicklungsabteilungen von namhaften Outdoormarken unterwegs. Bei Gore wechselte ich zu Design und Entwicklung von Gore Bike Wear. Um meine Kenntnisse und Fertigkeiten im Bereich Design weiterzuentwickeln, studierte ich Modegrafik an der DMM in München. Dieser Abschluss und die darauffolgende Prüfung zur Schneidermeisterin verliehen meiner Arbeit den handwerklichen Feinschliff, den ich bei Entwurfs- und Entwicklungs- Arbeiten in der Outdoorindustrie einsetzte. Firmen wie Marmot Europe, Deuter, Ortovox, Salewa, Schöffel, Protective, Mountain Equipment, Ziener … gehörten zu meinen Kunden.

Mir wurde jedoch bald klar, dass sich die Vorgaben in der Textilindustrie nicht mit meiner Lebenseinstellung verbinden ließen. Eine leitende Designstelle bei Benetton in Italien und die Geburt der beiden Söhne intensivierten mein Umdenken. Ich wurde kritisch: wie wirkt sich die Herstellung von Kleidung auf Mensch und Umwelt aus? Will ich die Verantwortung für die Auswirkungen der Textilindustrie mit meinem Beitrag mittragen? Wie viel Konsum brauchen wir im Leben?

Die Frage: Was kann ich tun?

Die Antwort: eigenverantwortlich handeln.

2008 gründete ich meine eigene Bekleidungslinie


Das Ziel meiner Selbstständigkeit ist es, langlebige, individuelle, handwerklich gefertigte, nachhaltige, reparierbare und dabei hochfunktionelle Outdoor-Bekleidung für Kinder und Erwachsene zu kreieren.

In meinen Bekleidungsteilen vereine ich meine langjährigen Erfahrungen aus der Industrie, meine Liebe zum Bergsport, meine Freude am Schneiderhandwerk und meine persönlichen Erfahrungen und Vorstellungen vom Umgang mit Mensch und Natur.

So entsteht Kleidung, in der man sich frei bewegen kann. Kleidung, die kleine und große Menschen bei ihren Aktivitäten unterstützt und begleitet, die Spaß macht. Eine zeitlos designte, schnitttechnisch ausgetüftelte, handwerklich hergestellte Jacke, die am Berg genauso passt und funktioniert wie auf dem Weg mit dem Rad zur Arbeit bereitet mir und hoffentlich auch meinen Kunden Freude.

Damit ein Kleidungsstück wirklich funktioniert, lange „lebt“ und das hält was ich verspreche, durchläuft es im Atelier und draußen, am Berg, auf dem Fahrrad oder bei Skitouren, einen langen Test. Bei den Jacken, Pullovern und Hosen aus der Kinderkollektion haben meine Söhne und Kinder aus dem Freundeskreis die Testaufgabe bei harten Rutsch-, Schneeball-, Skitouren- oder Fahrrad Erkundungstouren übernommen.

Durch die persönliche Beratung und die gemeinsame Entwicklung der individuellen Kleidungsstücke, bekommen sie ein Gefühl für die Bedeutung von Bekleidung, welches meiner Meinung nach durch die Textilindustrie verlohrengegangen ist.

2014 fand ich, als Schneiderin für Funktionskleidung, mit Reparatur Erfahrung zu Patagonia und Worn Wear. Ein schöner Match… Auf Tour im „Repair-Truck“ und bei europäischen Sport-Messen entstanden meist wunderbare Gespräche und die Besucher gingen glücklich mit ihren wiederbelebten Teilen ihres Wegs. Weiter entwickelt habe ich dies in meinen eigenen Reparatur Events die tageweise buchbar sind.

Inzwischen habe ich das Glück, in einem wunderschönen Laden in München Sendling die Bekleidung herzustellen, die zu ihnen passt.

„Ein guter Wanderer hinterlässt keine Spuren“

Die lange Zeit in der Textil- und Outdoor-Industrie machte mir klar, welchen negativen Einfluss die Bekleidungs-Produktion auf Mensch und Umwelt hat. Der Einsatz von Pestiziden und Chemikalien, ein ruinöser Wasserverbrauch, schlechte und immer schlechter bezahlte Arbeitsbedingungen in Textilfabriken in Billiglohnländern und damit weite Wege rund um die Welt sind nur einig Beispiele, die Vielen inzwischen bekannt sind.


Das bedeutet für mich: intensives Suchen nach neuen Technologien und echten Alternativen; die Verarbeitung natürlicher, kontrolliert biologischer und nachwachsender Rohstoffe und wo nötig der Einsatz von Bluesign zertifizierten Kunstfasern; Materialien, die am Ende ihrer Lebensdauer verrotten, verkompostieren oder sich recyceln lassen.


Mit meinem Material Einkauf in kleinen handwerklichen Betrieben wie zum Beispiel Hanfliebe, Lodenwalker, Gottstein oder der Viehböck Leinen unterstütze ich alternative Betriebskonzepte.


Eine genaue Liste aller Materialien und ihrer Herkunft, finden Sie hier.

Solange Textil zu Textile Recycling nicht vorankommt, gilt es Konzepte für Wiederverwertung zu entwickeln, zu installieren. Die Bereiche, in welchen ich direkt aktiv werden kann, sind Reparatur und Upcycling: Ich repariere, wo es sinnvoll und möglich ist. Mache mir Gedanken ob Bekleidung regenerativ sein kann und wenn ja, wie ich dazu beitragen kann.

Teile, die nicht mehr reparabel sind, nutze ich für upcycling Projekte und halte so das Material noch im Kreislauf, bevor es in der Thermischen Verwertung landet.

Teile, die bei mir abgegeben werden und noch reparabel sind, stelle ich wieder her und verkaufe sie bei mir im Laden zum Reparaturpreis: Besser als Neu…